Natsuki Ikezawa wurde im Jahre 1945 geboren. Er studierte anfangs Physik, schrieb nebenbei literarische Gedichte und Kritiken und begann schliesslich Autoren wie Kurt Vonnegut, John Updyke, Jack Kerouac, Richard Brautigan zu übersetzen. Er besitzt eine starke Leidenschaft für das Reisen, und da ihn die Zivilisation Griechenlands stark interessierte, verweilte er in diesem Land zwischen 1975 und 1978. Nach seiner Rückkehr in sein Heimatland Japan übersetzte er die Untertitel aller Filme von Theo Angelopoulos.

Im Jahre 1984 veröffentlichte Natsuki Ikezawa seinen ersten Roman "Die Stratosphäre der Sommermorgen", eine zeitgenössische Anpassung von Robinson Cruso. Durch seinen Roman "Das beweglosen Leben" im Jahre 1987, erhielt er den renommierten "Akutagawa-Preis", bei derer Veranstaltung er inzwischen einen Platz in der Jury eingenommen hat.

In 1994 lässt er sich in Okinawa nieder, von wo aus er seinen sehr persönlichen "dezentrierten" Blick entfalten kann, den er als "ein Mittel, die zeitgenössische Zivilisation unter einem nicht zivilisierten primitiven Gesichtspunkt zu untersuchen" definiert. Dieser Standpunkt Natsuki Ikezawas erklärt auch, weswegen er oft seine Romane auf den Inseln des südlichen Pazifik spielen lässt.

In seinem äusserst originalen Werk bestehend aus Romanen, Nachrichtensammlungen, Reise-Erzählungen, verwischt Natsuki Ikezawa die Spuren von "Wirklichkeit" und "Einbildung", und stellt metaphysische Fragen mit faszinierenden stimmungsvollen Bildern.






"Aufstieg und Fall des Mecias Guili": Im Zentrum dieses 1993 veröffentlichten, äusserst vielschichtigen und zugleich spannenden Buches steht Präsident Macias Guili - aus kleinen Verhältnissen stammend, in Japan aufgewachsen, danach zum autokratischen Herrscher einer mikronesischen Insel - Republik aufsteigend und schliesslich untergehend.
Ein politischer Roman über Ausübung und Missbrauch von Macht, über den Zusammenstoss der westlichen Moderne mit der archaischen Welt des Südpazifik. Gleichzeitig, in der Reflexion von Guilis japanischen Lehrjahren, ein Entwicklungsroman. Und, wichtiger noch, ein Roman über Sexualität, Spiritualität und Tod, über archaische Dimensionen, die schliesslich zum Sturz des Präsidenten führen. Dem europäischen Realismus ebenso verpflichtet wie dem magischen Realismus eines Gabriel GarcùÜ Márquez, gelingt dem Autor die Schaffung einer Welt, in der scheinbar disparate Elemente auf überraschende Weise zu einer Einheit verschmelzen. Der Roman wurde mit dem Tanizaki-Junichirô - Preis ausgezeichnet, dem wichtigsten Literaturpreis Japans.







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